Gerichtsurteil untersagt der GEMA die Ausschüttung an Musikverlage.

Die GEMA verteilt intern nach sozialen Kriterien und zu Gunsten der Kultur. Beeindruckend ist, dass dieses Modell von beinahe allen Mitgliedern mit großer Überzeugung immer mitgetragen worden ist. In den letzten Jahren hat dieser Grundkonsens aber immer wieder Risse bekommen. Im normalen Leben steht jemand, der mehr Geld für sich selber fordert und damit die Existenz von anderen gefährdet ja nicht wirklich als Freiheitskämpfer und Robin Hood da. Nicht so wenn es gegen die GEMA geht. Die GEMA ist für die meisten Menschen einfach ein Synonym für „Die Musikindustrie“ und daher böse. Differenziert wird da eher wenig. Einer unserer Autoren nannte das Urteil gestern in einem Kommentar auf Facebook „grauenvoll“. Und so dürfte es wohl vielen Autoren zeitgenössischer Musik gehen. Jedenfalls Autoren der sog. „Ernsten Musik“. Von Freude keine Spur. Was einen bestürzt ist der Umstand, dass die Leute, die dieses Urteil jetzt bejubeln, nicht verstehen, dass wir so immer weiter auf eine Kulturlandschaft zusteuern, in der am Ende einige wenige Medienkonzerne einen Großteil der Musik besitzen werden und davon nur noch das publizieren, was unmittelbar Geld bringt und sich rechnet. Kulturelle Vielfalt, in der auch Experimentelles und Avantgardistisches seinen Platz hat, wird es da schwer haben.

Artikel zum Thema in der NMZ

Neuerscheinung von András Hamary

MVN 76_Bild 1Frisch aus der Druckerpresse! András Hamarys Zyklus „Jelek“ gehört zu den eigenwilligsten und faszinierendsten Klavierkompositionen der letzten Jahre und war zuletzt u.a. in München in einem Konzert in der Bayerischen Akademie der Künste mit einem grandiosen Moritz Eggert am Klavier zu hören. Die Ausgabe erscheint mit einem ausführlichen Vorwort von Thomas Kabisch.

András Hamary: Jelek
9 Stücke für Klavier
ISMN 979-0-700344-23-8
Verlagsnummer MVN 76

Michael Bastian Weiß

Michael B. Weiss

Michael B. Weiss

Michael Bastian Weiß wurde 1974 in Deggendorf in Niederbayern geboren. Zeitgleich zu einem Kompositionsstudium bei Hans-Jürgen von Bose an der Hochschule für Musik und Theater in München, das er 2007 mit dem Meisterklassendiplom abschloss, studierte er Philosophie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. In seiner Promotion bei Günter Zöller beschäftigte sich Weiß mit der Ästhetik der Auktorialität und Individualität des 18. Jahrhunderts (München 2004). Außerdem trat er als Musikwissenschaftler u. a. mit einer Theorie der Anonymität und Auktorialität im musikalischen Mittelalter hervor (München 1999) und ist seit 2004 als Dozent für Klassische deutsche Philosophie an der LMU München tätig.

Weiß hält philosophische Vorträge im In- und Ausland (so etwa in Frankreich, der Schweiz, Italien und in Belgien), lieferte Beiträge zu wissenschaftlichen Publikationen (u.a. Fichte-Studien und Schopenhauer-Jahrbuch) und arbeitet derzeit an seinem Habilitationsprojekt über die theoretische Spätphilosophie Johann Gottieb Fichtes. Als freier Autor und Kritiker schreibt er u.a. für „Klassik“ heute und die Münchener „Abendzeitung“.